In Ransweiler gibt es zwar keine Hochhäuser, trotzdem kann durchaus zu einem Rettungseinsatz aus großen Höhen kommen. Wenn Treppen nicht mehr begehbar sind und Leitern nicht gestellt werden können, ist eine Höhenrettung mit Seilen oft der letzte Rettungsweg. Deshalb war gestern das eigene Abseilen Thema des Übungsabends.

Aussichtsturm als Übungsobjekt

Dazu fuhr die Ransweiler Feuerwehr nach Seelen, dem äußersten Zipfel der Verbandsgemeinde Rockenhausen. Den Aussichtsturm auf dem Sattelberg baute im Jahr 2000 die Ortsgemeinde Seelen. Er besteht aus einem Betonmantel, um den Sandsteine gemauert wurden. Eine innere Stahltreppe führt hinauf auf die überdachte Aussichtsplattform. Der Turm ist einschließlich Mobilfunkantenne rund 20 m hoch und bietet mit seinen 457 m über NN einen phantastischen Ausblick ins Nordpfälzer Bergland.

Große Höhen sind nicht jedermanns Sache

Wer zum ersten mal über eine Brüstung in dieser Höhe steigt, den beschleicht schon ein ziemlich mulmiges Gefühl. Daher ist der Zweck solcher Übungen nicht nur das Vermitteln von Fachwissen zur Technik des Abseilens. Das Gewöhnen an große Höhen ist Voraussetzung, auch an exponierten Orten selbstsicher arbeiten können. Nur dann ist es möglich, im Einsatzfall anderen zu helfen.

Abwärts mit Schwung

Felix Kollmannsperger und Jörn Müller – beide sind ausgewiesene Kletterprofis – wiesen einen nach dem anderen in die Abseiltechnik ein. Nach dem Anlegen der Gurte ging es sogleich in die Praxis. Wir seilten uns außen am Turmmauerwerk ab. Dabei stößt man sich mit den Füßen vom Mauerwerk weg und löst gleichzeitig die Seilbremse. Schwingt man zurück ans Mauerwerk, wird die Seilbremse wieder aktiviert und man beginnt das gleiche Spiel von vorn. Die Geschwindigkeit wird über Öffnung der Seilbremse kontrolliert.

74 Stufen für die Fitness

Wir seilten uns parallel an zwei Seiten des Turms ab, damit alle die Gelegenheit hatten, das mehrmals zu üben und den richtigen Schwung herauszubekommen. Das Anstrengendste waren an diesem Abend allerdings die 74 Stufen der Spindeltreppe bis zur Aussichtsplattform. Nach jedem Aufstieg wurden die Beine schwerer.
Weil es jetzt schon deutlich früher dunkel ist, mussten wir leider recht bald unsere Übung beenden.

Höhenrettung mittels einer Trage

Bereits in vorangegangenen Übungen hatten wir uns mit dem Thema „Höhenrettung“ beschäftigt. Dabei ging es darum, wie wir eine verletzte Person mit Hilfe einer Trage sicher abseilen können. Denn das einfache Verbinden der Riemen an der Trage reicht dafür nicht aus. Damit die zu rettende Person nicht „durchrutscht“, muss sie mit einer speziellen Knoten- und Schlaufentechnik mit der Trage verbunden werden.

Geschafft! Übungsende der Ransweiler Feuerwehr am Aussichtsturm in Seelen:

Mitmachen – helfen – Leben retten

Wer Lust hat, bei uns mitzumachen oder sich näher erkundigen möchte, was für Aufgaben die Feuerwehr hat, kann gerne bei einer unserer nächsten Übungen vorbeischauen. In unserem Übungsplan sind alle Termine eingetragen. Jeder ist herzlich dazu eingeladen. Auch reine Zuschauer sind willkommen!